Spieltrieb Hund

Spieltrieb beim Hund – so stillst du ihn richtig

Hast du dich jemals gefragt, warum dein Hund sich auf bestimmte Weise verhält und was ihn antreibt? Jeder Hund hat vier Triebe, die ihn steuern. In diesem Artikel schauen wir uns den Spieltrieb beim Hund einmal genauer an und sagen dir, wie du ihn bei der Erziehung deines Hundes berücksichtigen kannst.

Die 4 Triebe beim Hund: Spieltrieb, Meutetrieb, Beutertrieb, Meidetrieb

Wie alle Tiere werden auch Hunde von verschiedenen Trieben gesteuert. Insgesamt gibt es vier solcher Triebe, die den Alltag eines Vierbeiners bestimmen. Wenn du diese Triebe bei der Erziehung deines Hundes berücksichtigst, wird es deinem Hund leichter fallen, gehorsam zu sein. Darum solltest du die folgenden Triebe bei der Erziehung deines Hundes berücksichtigen:

  • Spieltrieb: Dieser setzt sich aus verschiedenen Hundetrieben zusammen und ist bei Welpen und Junghunden besonders stark ausgeprägt. Aber auch ältere Tiere spielen gerne. Das gemeinsame Spiel stärkt den Zusammenhalt im Rudel und hilft jedem Tier, seinen Platz innerhalb der Gruppe zu finden und einzunehmen. Auch Aggressionen und Streitigkeiten werden beim Spiel auf harmlose Weise beigelegt.
  • Meutetrieb: Er sorgt dafür, dass der Hund seinem Rudel folgt. Im Rudel sind die Tiere geschützt und die Jagd im Rudel ist erfolgreicher. Deshalb ist es wichtig, dass jedes Tier seinen Platz im Rudel kennt – und der Rudelinstinkt hilft den Vierbeinern, diesen einzunehmen. Du als Besitzer besetzt den Platz des Rudelführers, daher folgt und gehorcht dir dein Hund im Idealfall.
  • Beutetrieb: Der überlebenswichtige Beutetrieb, sorgt dafür, dass der Hund sich auf seine Nahrungssuche konzentriert, wenn er potentielle Beute in Reichweite wittert. Auf ein Geräusch oder einen Geruch hin beginnt er, nach seiner Nahrung zu suchen. In freier Wildbahn wird dann gejagt oder der Hund frisst das gefundene Aas. Zuhause hingegen endet der Beutetrieb meist mit dem Fressen aus dem Futternapf.
  • Meidetrieb: Hunde meiden alles, was unangenehm oder gefährlich für sie ist. Dafür verantwortlich ist der Meidetrieb. Dieser überlebenswichtige Hundetrieb schützt den Hund vor Gefahren und Verletzungen. 

Der Spieltrieb in der Hundeerziehung

In der Hundeerziehung entscheiden die Triebe des Hundes über den Erfolg oder Misserfolg der Beziehung zwischen Mensch und Hund – du solltest sie daher in der Erziehung deines Hundes gezielt einsetzen und fördern. Schauen wir uns den Spieltrieb einmal genauer an und untersuchen, wie du diesem am besten nachkommen kannst.

Spiele gehören genauso zur Hundeerziehung wie die zahlreichen Kommandos oder dem Hund beizubringen, stubenrein zu sein. Sie sind ein wichtiger Ausgleich im Leben eines Vierbeiners, denn sie machen Spaß und wecken Begeisterung, Elan sowie gute Laune in deinem vierbeinigen Freund. Außerdem wird die Bindung zwischen dir und deinem Hund durch die positiven Gefühle, die beim Spielen freigesetzt werden, gestärkt.

Im Spiel trainieren Hunde ihre Fähigkeiten und lernen die Regeln des Rudels. Gemeinsam mit deinem Hund bildest du sozusagen ein Mini-Rudel. Du bestimmst den Beginn und das Ende der Spielzeit und festigst so deine Rolle als Rudelführer. Wenn eine Hundemutter mit ihrem Welpen spielt und die Spielzeit beenden will, knurrt sie und steht auf. Wenn du die Spielzeit beenden willst, kannst du deinem Hund das signalisieren, indem du das Kommando „Aus“ gibst, aufstehst und zu etwas anderem übergehst – so behältst du die Oberhand. Dein Hund kann dich auch ruhig einmal zum Spielen auffordern und es ist völlig in Ordnung, wenn du diese Einladung annimmst. Solange du die Spielzeit wieder beendest, verlierst du damit nicht direkt deine Autorität.

In der Hundeerziehung kann der Spieltrieb außerdem als Belohnung für den Hund eingesetzt werden, wenn er gehorsam war. Denn es muss nicht immer ein Leckerli sein! Allein die Aufmerksamkeit, die du deinem Hund während des Spielens schenkst, ist eine wirksame Art, deine Fellnase zu loben.

Neugierige Hunde lernen gerne neue Spiele

Das bekannteste Hundespiel ist vermutlich das Apportieren. Dabei wirft Frauchen oder Herrchen einen Stock, einen Ball oder eine Frisbeescheibe. Der Hund jagt dem Gegenstand hinterher und bringt ihn zu dir zurück – das setzt bei deinem Hund eine ganze Menge Glückshormone frei. Eine andere Art von Spielen sind die Schnüffelspiele. Hier wird ein Gegenstand versteckt, den dein Hund gut kennt. Mit seiner Nase nimmt er den Geruch auf und folgt ihm, bis er das Versteck aufgespürt hat.

Auch Hundesportarten bieten viele Möglichkeiten, den Spieltrieb auszuleben. Das Durchqueren eines Stofftunnels, das Springen über Hürden, ein Slalomlauf um Stangen oder Kegel, Wippen und andere Aufgaben fördern die Koordination und Beweglichkeit deines Hundes. Der große Vorteil dabei ist, dass du deinen Hund gleichzeitig erziehst, ohne dass er das merkt. Aufmerksam folgt er deinen Anweisungen und es macht ihm regelrecht Spaß dir zu gehorchen. Es fördert zudem seine Intelligenz und wirkt sich positiv auf den Alltag aus.

Welche Spiele kommen ohne Spielzeug aus?

Wenn sich Hunde auf dem Hundespielplatz oder im Park treffen, spielen sie meist ganz ohne Spielzeug. Auch du musst nicht immer mit einem Spielzeug aufwarten, es gibt durchaus Spiele, die auch ohne Hilfsmittel auskommen. Das hat den Vorteil, dass du mit deinem vierbeinigen Freund jederzeit und an vielen Orten spielen kannst.

So kannst du mit deinem Hund z.B. Dogdancing betreiben – dabei handelt es sich um eine Form des Hundesports, bei dem Hunde und Menschen gemeinsam rhythmische Bewegungen zu Musik ausführen. Das fühlt sich am Anfang vielleicht etwas albern an, aber es trainiert die Aufmerksamkeit und Konzentration deines Hundes ungemein. Gleichzeitig stärkt es die Bindung und das Vertrauen zwischen Mensch und Hund.

Besitzt jede Rasse einen Spieltrieb?

Prinzipiell besitzt jede Hunderasse einen Spieltrieb – die einen Hunderassen etwas mehr, die anderen weniger. Der größte Unterschied liegt jedoch darin, welche Art von Spielen Hunde gerne spielen. Ein Windhund, der gerne rennt, freut sich, wenn man ihn mit laufintensiven Spielen vergnügt, wie ein Wettrennen oder einem Parcours. Jagdhunde, wie zum Beispiel ein Beagle oder Jack Russell, mögen vor allem Schnüffelspiele. Hunde, die für ihre besonders hohe Intelligenz bekannt sind, wie z. B. ein Pudel, lernen dagegen besonders gerne Künstücke, wie das Drehen um die eigene Achse oder das Springen auf den Rücken ihres Besitzers.

Wie diese und weitere Spiele funktionieren, kannst du übrigens in unseren Artikeln "6 beliebte Hundespiele für draußen" und "Hundespiele für drinnen: 5 Indoor-Spiele für deine Fellnase" nachlesen. Wir wünschen dir und deinem Hund viel Spaß beim gemeinsamen Ausprobieren!

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