Zweithund zieht ein

Ein Zweithund zieht ein! So klappt das Zusammenleben

Du und dein Hund bekommen vierbeinigen Familienzuwachs? Herzlichen Glückwunsch! Wenn du dich bereits fest für einen Zweithund entschieden hast, stehst du nun wahrscheinlich vor der wichtigen Frage: Wie kann ich die beiden Fellnasen am besten aneinander gewöhnen? Keine Panik, wir verraten es dir in diesem Artikel!

Zweithund: 4 Tipps, wenn ein zweiter Hund einzieht

Wie aufregend, ein Zweithund zieht ein! Doch einen zweiten Hund anzuschaffen, bedeutet auch eine Menge Verantwortung, Geduld und Zeit. Denn meist funktioniert es leider nicht den neuen Hund einfach mit nach Hause zu bringen – dein „alter“ Vierbeiner kann dir das unter Umständen sogar ziemlich krummnehmen. Eine solche Hauruck-Aktion würde sich darüber hinaus im Zweifel sogar negativ auf das Verhältnis zwischen ihm und dem neuen Hund auswirken. Die folgenden 4 Tipps werden dir helfen, deine beiden Fellnasen allmählich aneinander zu gewöhnen.

1. Erstes Beschnuppern beim gemeinsamen Spaziergang

Ein neutraler Ort ist die beste Wahl, um zwei Hunde miteinander bekannt zu machen. Das funktioniert am einfachsten bei einer Gassirunde auf einer Strecke, die beide Hunde noch nicht kennen und auf die somit auch keiner von beiden "territoriale Ansprüche" erheben kann. Dort können sich die beiden ganz in Ruhe kennenlernen und zum ersten Mal aus der Ferne beschnuppern. Dabei solltest du beide Hunde angeleint lassen und direkten Kontakt vermeiden. Unsicheren Hunden gibt das Kennenlernen auf Distanz mit Leine eine gewisse Sicherheit. Nun ist deine Beobachtungsgabe gefragt und du solltest die Reaktion beider Hunde ganz genau unter die Lupe nehmen.

Wenn es die Situation zulässt, können die angeleinten Hunde nun entweder an deinen jeweiligen äußeren Seiten laufen oder aber hintereinander. Dabei ist es ratsam, den etwas unsichereren Hund hinten laufen zu lassen, damit er in der Hundespur des selbstbewussteren Hunds laufen und diese ganz in Ruhe aufnehmen kann. Wenn die Situation weiterhin entspannt ist, kannst du beide Hunde nun von der Leine nehmen und schauen, wie die Kommunikation der beiden untereinander aussieht. Lass beiden die nötige Zeit und Ruhe, sich ganz entspannt kennenzulernen. Wenn du wissen willst, wie du es schaffst Begegnungen mit anderen Hunden friedlich zu gestalten, lies unseren Artikel: „Ruhe bewahren: 5 Regeln für stressfreie Hundebegegnungen“.

Wichtig: Bitte bringe die beiden Hunde während des Spaziergangs nicht in eine Konkurrenzsituation oder schüre Eifersucht, weil du dich nur ausgiebig um einen der beiden Vierbeiner kümmerst.

2. Erst- und Zweithund: Wenn zwei Welten aufeinander prellen

In den meisten Fällen gesellt sich ein junger Hund (oder sogar ein Welpe) zu einem älteren Hund. Das kann deinen "alten" Hund vor einige Herausforderungen stellen. Nicht nur du musst dich an den neuen quirligen Gefährten auf vier Pfoten gewöhnen, sondern auch dein Senior muss sich auf die verspielte, aufgedrehte Art des neuen Familienmitglieds einstellen.

Gerade Welpen, die noch nicht die Möglichkeit hatten, zu lernen, wie man mit anderen Hunden kommuniziert, reagieren oft übermütig und sind in ihrem Verhalten noch recht stürmisch. Der ältere Hund wird in diesem Fall versuchen, den jungen Hund zu erziehen. Das ist vollkommen normal und du solltest es nicht unterbinden. Dein älteres Familienmitglied bringt dem jungen Hund damit sogar viele wichtige Dinge bei. Achte aber darauf, dass der ältere Hund den jungen Hund nicht vollkommen dominiert und weise ihn ggf. in seine Schranken.

Übrigens, oft läuft die Vergesellschaftung gegengeschlechtlicher Tiere friedlicher ab, als wenn man zwei Rüden oder zwei Hündinnen aneinander gewöhnen möchte. Das lässt sich allerdings nicht pauschalisieren, weil jeder Hund nun einmal anders ist und seinen eigenen Kopf hat.  Wenn du nicht gerade planst vierbeinigen Nachwuchs zu erhalten, solltest du bei gegengeschlechtlichen Tieren auch darauf achten, dass sie kastriert bzw. sterilisiert sind.

3. Teile mit Weile!

Bei aller Freude über den jungen Welpen – vergiss bitte deinen alten Kumpel nicht! Er sollte nicht plötzlich nur noch die zweite Geige spielen und in all seinen bisherigen Privilegien zugunsten des Neuankömmlings vernachlässigt werden. Daher solltest du nach der Ankunft des neuen Hundes bereits alle wichtigen Dinge wie Hundebett, Futter- und Wassernapf und auch Spielzeug parat haben, damit sich dein neuer Kumpel nicht gleich an den Dingen deines alten Hundes „vergreift“. Das würde nur unnötig für Streit und Eifersucht unter den Hunden sorgen. Sobald die Hunde längere Zeit miteinander leben, ist Teilen ganz selbstverständlich. In der Anfangszeit solltest du hier aber auf eine strikte Trennung achten. 

4. Ein erfahrener Hundetrainer kann weiterhelfen

Du bist immer noch nicht sicher, ob sich die beiden wirklich gut verstehen und das Zusammenleben auf Dauer gut geht? Viele Hundetrainer bieten die Möglichkeit, zu dir nach Hause zu kommen, um sich die Situation vor Ort anzuschauen und mit einem fachmännischen Blick von außen die Lage einzuschätzen. Nutze dieses Angebot, wenn du Zweifel an der Freundschaft deiner beiden Vierbeiner hegst.

Fazit: Gib den Hunden Zeit!

Auch wenn Hunde bekanntlich Rudeltiere sind – durch den neuen Hund entsteht oft zunächst eine Art Konkurrenzkampf. Schenke beiden Hunden deine volle Aufmerksamkeit, gewöhne sie behutsam aneinander (z.B. durch einen ersten gemeinsamen Spaziergang) und hol dir bei Bedarf einen Hundetrainer an deine Seite. Wir wünschen dir und deinen beiden Fellnasen ein fröhliches Kennenlernen – und ein tierisch gutes Zusammenleben!

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