Hundebegegnungen

Ruhe bewahren: 5 Regeln für stressfreie Hundebegegnungen

Hundebegegnungen, bei denen gekläfft, geknurrt oder die Zähne gefletscht werden, möchten wir lieber vermeiden. Du weißt nicht, wie du bei einem solchen Verhalten reagieren sollst? Dann lies unsere 5 Tipps für entspannter Hundebegegnungen!

Hundebegegnungen: 3 Gründe, warum Hunde aggressiv reagieren

Du gehst mit deinem Hund spazieren, alles läuft prima und dein kleiner Freund benimmt sich vorbildlich. Du biegst um eine Ecke und ein paar Meter weiter taucht ein anderer Hund auf. Groß, klein, männlich, weiblich, Pudel oder Golden Retriever – vollkommen egal. Tatsache ist, dass dein Hund plötzlich anfängt zu knurren und zu bellen. Aber du hast keine Ahnung, warum?

Die Gründe, warum dein pelziger Freund beim Anblick anderer Hunde so lautstark reagiert, können sehr unterschiedlich sein. Aufregung, Unsicherheit, schlechte Erfahrungen oder sogar die falsche Erziehung können dahinterstecken. Hier sind die drei häufigsten Gründe für Aggression an der Leine:

1. Grund: Aufregung, die in Frustration umschlägt

Wenn dein Hund bereits als angeleinter Welpe ungehemmt auf alle anderen Hunde zulaufen und mit ihnen spielen durfte, ist es schwierig, ihm das als erwachsener Hund zu verbieten. Mit anderen Worten: Wenn du deinem Hund nicht schon früh beigebracht hast, geduldig an der Leine zu warten, fällt es ihm nun vielleicht schwerer, ruhig zu bleiben, wenn ein anderer Vierbeiner seinen Weg kreuzt. Eine Hundebegegnung wird dann schnell frustrierend für deinen Vierbeiner, er wird möglicherweise aufgewühlt und kann sich kaum noch beruhigen. Mit der Zeit assoziiert er den Anblick anderer Hunde mit diesem Zustand der Erregung und verfällt reflexartig in lautes Bellen oder Knurren.

2. Grund: Unsicherheit und schlechte Erfahrungen

Es ist manchmal ähnlich wie bei uns Menschen – Unsicherheit schlägt in Aggression und ein rüpelhaftes Verhalten um. Hat unser Vierbeiner in der Vergangenheit vielleicht schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht, kann sich dies ebenfalls in Aggression an der Leine niederschlagen. Hier gilt es, mit Geduld und Verständnis positiv auf den Hund einzuwirken. 

3. Grund: Die eigene Nervosität

Hunde haben feine Antennen. Wenn wir gestresst oder nervös reagieren, sobald ein fremder Hund unseren Weg kreuzt, spürt das der Vierbeiner an unserer Leine. Wie aber können wir von unserem Hund verlangen, Ruhe zu bewahren, wenn wir selbst in Alarmbereitschaft sind und gerade mit dem Schlimmsten rechnen? Daher lautet eines der obersten Gebote in der Hundeerziehung: Immer ruhig, souverän und mit Bedacht handeln! 

Unser Tipp: Die Vermeidung von Hundebegegnungen ist keine gute Strategie, um eine friedliche Gassirunde zu genießen. Denn wer vor dem Problem die Augen verschließt, wird auf Dauer nichts ändern! Den eigenen Hund von anderen Hunden zu isolieren, ist nicht der richtige Weg, um zukünftige Hundebegegnungen zu trainieren. Denn je seltener dein Hund andere Hunde zu Gesicht bekommt, desto aufgeregter reagiert er, wenn er sie dann einmal sieht. Vielmehr gilt es, deinen Hund in kleinen Schritten an andere Hunde heranzuführen und ihn dabei als souveränen Partner zu unterstützen. 

5 Regeln für entspannte Hundebegegnungen

Nachdem du nun weißt, warum Hunde auf andere Hunde aufgeregt oder aggressiv reagieren, kannst du etwas dagegen tun. Mit unseren 5 Tipps für entspannten Hundebegegnungen und etwas Training sollte das schon bald viel besser funktionieren.

1. Rede nicht lautstark auf deinen Hund ein

Wenn du versuchst, deinen aggressiven Hund mit lauten Worten zu beruhigen und aufgeregt auf ihn einredest, machst du die Situation unter Umständen nur noch schlimmer. Dein Hund spürt sofort, dass du die Fassung verlierst, und das spornt ihn nur noch mehr an, den anderen Hund in die Flucht zu schlagen.

2. Immer Leckerchen parat haben

Zu einer liebevollen und effektiven Erziehung gehört es, positives Verhalten zu belohnen, statt unerwünschtes Verhalten abzustrafen. Diese Strategie kannst du auch bei Hundebegegnungen wunderbar anwenden. Daher solltest du nicht mehr ohne Leckerchen das Haus verlassen, wenn du mit deinem haarigen Freund unterwegs bist. Belohne ihn immer dann, wenn dein Vierbeiner bei der Begegnung eines anderen Hundes vollkommen ruhig und entspannt bleibt.

3. Den richtigen Trainingsort wählen

Es nützt nicht viel, wenn du das Training immer auf dem Hundeplatz oder auf möglichst einsamen Waldwegen durchführst. Wenn du möchtest, dass sich dein Hund auch in der Stadt oder auf dem Weg zum Supermarkt korrekt verhält, musst du dort üben, wo du dich mit deinem Hund im Alltag aufhältst – auch wenn das anfangs etwas unangenehm sein kann, es wird sich lohnen!

4. Blickkontakt aufnehmen

Nähert sich ein anderer Hund, forderst du deinen vierbeinigen Freund auf, Blickkontakt mit dir aufzunehmen. Dafür wird er mit einem Leckerchen belohnt. Das hat gleich zwei positive Effekte: Zum einen konzentriert sich dein Hund auf diese Weise auf dich statt auf seinen Artgenossen und zum anderen verknüpft er bei mehrmaliger Wiederholung das Auftauchen eines anderen Hundes mit etwas Positivem (nämlich dem Leckerchen). 

5. Nicht ableinen

Man hört hin und wieder den Ratschlag, den aggressiven Hund von der Leine zu nehmen, damit die Tiere das „unter sich“ ausmachen können. Lass das bitte lieber sein! Wir wollen unseren und auch andere Hunde nicht unnötig in Gefahr bringen und das passiert sehr schnell, wenn wir einen aggressiven Hund einfach ableinen. Es wäre fatal, wenn der Hund denkt, dass er durch sein aggressives Verhalten erreicht, dass man ihn frei herumlaufen lässt und dabei möglicherweise auch noch Schlimmeres passiert. 

Bitte vergiss nicht: Kein Hund funktioniert auf Knopfdruck oder lernt alles genauso, wie es im Lehrbuch steht. Oberstes Gebot sollte immer sein, dass du mit viel Geduld und Liebe mit deinem Hund übst. Nur so wird euer Training am Ende von Erfolg gekrönt sein!

Wenn dein Vierbeiner im Allgemeinen von der aufgedrehten Sorte ist und du deinen Hund entspannen willst, lies unseren Artikel: “Einen aufgeregten Hund beruhigen - aber wie?"

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