Hund alleine lassen

Den Hund alleine zu Hause lassen – so bringst du’s ihm bei

Du willst deinen Hund hin und wieder auch einmal allein zu Hause lassen? Manchen Hunden fällt das auf Anhieb leicht, andere benötigen dafür ein wenig mehr Unterstützung und Training. Wenn sich dein Hund noch nicht ganz wohlfühlt, wenn er alleine ist, bist du hier genau richtig. Denn wir verraten dir, wie’s funktioniert!

Hund allein zu Haus

Kommt dir das bekannt vor? Kaum verlässt du die Wohnung, beginnt dein Vierbeiner zu wimmern und zu jaulen. Eventuell bellt er sogar. Der Mensch sendet durch seine Handlungen ständig Signale aus, welche der Hund aufnimmt und in Hundesprache überträgt. Dabei entstehen durch Gewöhnung bestimmte Muster.

Willst du beispielsweise mit deinem Liebling spazieren gehen, ziehst du dir vorher eine Jacke an, suchst Schlüssel und Handy zusammen und begibst dich zur Tür. All dies wird von deinem Hund wahrgenommen, er reagiert entsprechend und stellt sich darauf ein, das Haus zu verlassen.

Du legst allerdings ein ganz ähnliches Verhalten an den Tag, wenn du das Haus ohne deinen Hund verlassen willst – und da sich dein Vierbeiner aufgrund der Signale auf einen Spaziergang eingestellt hat, reagiert er nun frustriert, dass du ohne ihn aus dem Haus gehst. Viele Vierbeiner verarbeiten den Stress, der sich durch die Trennung von einer Bezugsperson bei ihnen aufbaut, durch ein Beschweren in der Hundesprache, das kann ein Wimmern, Jaulen oder Bellen sein. Wenn du mehr zum Thema Hundesprache erfahren möchtest, lies unseren Artikel „Hundesprache richtig verstehen und deuten“.

Hund alleine lassen

Warum haben Hunde ein Problem mit dem Alleinsein?

Der Hund lebt seit über zehntausend Jahren Seite an Seite mit dem Menschen, er ist dessen Gesellschaft gewohnt und mittlerweile in den meisten Fällen auch abhängig von ihm. Wird dem Hund diese so wichtige Gesellschaft genommen, etwa weil er alleine zu Hause gelassen wird, beunruhigt ihn das. Die plötzlich fehlende Nähe zum Sozialpartner, zu dem er eine Bindung aufgebaut hat, versetzt ihn in eine Stresssituation.

Langeweile in Abwesenheit des Halters ist ein weiterer wichtiger Faktor. Hunde wollen gefordert und angeregt werden, sie suchen stets neue Herausforderungen und brauchen viel Aufmerksamkeit. Fällt der Mensch vorübergehend weg, der für Beschäftigung sorgen könnte, ist dies besonders für unruhige Tiere ein Problem. Die ungewohnte Ruhe und Untätigkeit frustriert sie. Dies kann auch nachts vorkommen, wenn der Besitzer schläft und daher keine Zeit mit seinem Haustier verbringt.

Deinen Hund alleine lassen – so bringst du ihm das Alleinsein bei

Es ist durchaus möglich, deinem Hund das Alleinsein beizubringen, auch wenn er sich am Anfang noch etwas dagegen sträubt. Dafür empfiehlt sich eine Mischung aus Gewöhnungstraining und Ablenkung. Dadurch kann erreicht werden, dass der Hund nicht mehr in Stress verfällt. Beginne damit, wenn möglich, bereits im Welpenalter – denn früh übt sich! Und so geht’s:

Wohlfühlort schaffen: Mach es deinem Hund gemütlich und locke ihn an seinen liebsten Platz, wie sein Hundekörbchen. Lege ein Kauseil, Knochen oder ein anderes Spielzeug dazu, damit er sich so richtig wohlfühlt und zudem beschäftigt und abgelenkt ist.

Verlasse das Zimmer: Wenn er mit seinem Spielzeug und Co. beschäftigt ist und gerade keine Acht auf dich gibt, kannst du das Zimmer verlassen. Beobachte was passiert. Jault, wimmert oder bellt er sogar?

Sei konsequent: Wenn dein Hund wimmert, jault oder bellt, kehre nicht in das Zimmer zurück, bis er aufhört. Andernfalls wird dein Hund die Rückkehr mit seinem Jaulen verknüpfen und irgendwann wird sein Geheule immer länger.

Zurück ins Zimmer: Wenn er keinen Laut von sich gegeben hat, gehe nach wenigen Minuten in das Zimmer zurück und belohne ihn mit einem Leckerli. So assoziiert er das Alleinsein und Warten mit einem positiven Ereignis.

Trennungszeit steigern: Wiederhole diese Übung und lasse ihn immer ein wenig länger allein.

Zu Hause verlassen: Nach einer Weile Training kannst du dein zu Hause kurz verlassen und z. B. einen schnellen Einkauf erledigen. Bring ihm gerne eine Belohnung mit. Gestalte das Verlassen sowie die Rückkehr in dein zu Hause sehr ruhig, um die Situation nicht unnötig zu dramatisieren und den Hund daran zu gewöhnen, dass es normal ist, dass Herrchen oder Frauchen die Wohnung alleine verlassen.

Übung macht den Meister: Übe solange, bis es klappt Dies kann unter Umständen viel Zeit und Geduld erfordern – trainiere also gerne täglich.

Außerdem solltest du herausfinden, warum dein Hund unter Trennungsproblemen leidet. Langweilt er sich, so können Beschäftigungsmöglichkeiten oder in der Wohnung versteckte Leckerlis für Ablenkung sorgen, bis du zurück bist. Hat der Hund Angst, so empfiehlt sich eventuell ein Hundesitter oder ein Familienmitglied, um regelmäßig nach dem Rechten zu sehen und damit zur Beruhigung des Haustieres beizutragen.

Insgesamt gilt natürlich, dass Hunde Situationen wie das Alleinsein besser verkraften, wenn sie generell entspannt sind und so wenig Stress wie möglich ausgesetzt werden.

Hund alleine lassen – wie lange kann dein Vierbeiner allein bleiben?

Es gibt keine pauschale Antwort auf die Frage, wie lange du deinen Hund wirklich alleine lassen kannst. Jeder Hund hat andere Bedürfnisse und auf diese solltest du eingehen. Der empfohlene Richtwert lautet, dass ein erwachsener Hund nie länger als 4-5 Stunden pro Tag allein zu Hause bleiben sollte. Nach dieser Zeit könnte sich dein Hund langweilen und anfangen, Unfug zu treiben, deine Möbel und Schuhe anzufressen oder zu jaulen. Vielleicht braucht er einen Spaziergang oder muss etwas trinken oder essen. Einen Welpen solltest du fast nie alleine lassen, er braucht deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Auch ein vierbeiniger Senior kann nicht so lange allein sein, weil er seine Blase öfter entleeren muss.

Wir hoffen, dass dir unsere Tipps geholfen haben und du deinen Hund in Zukunft ganz beruhigt alleine zu Hause lassen kannst. Aber bitte nicht zu oft und lange – dein Vierbeiner wird es dir danken!

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